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„Liebe, das ist leicht gesagt“ am Bonner Theater
24. April 2012 von Lydia Reisch
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Ich war gespannt, was mich bei diesem Titel beziehungsweise dem Untertitel „Songs und Texte von Berthold Brecht“erwarten würde. Eine Leseinszenierung? Wie würden die Schauspieler Gesang mit Gedicht verbinden?

Schon das Bühnenbild verrät dem Zuschauer, dass ihn ein stilvoller Abend erwarten wird. Eine lange mit rotem Samt bezogene Couch und ein alter Baum zieren die Bühne. Eine ungewöhnliche Kombination, die vielleicht schon etwas über die Verbindung von Natur mit gesellschaftlichen An­sprüchen verrät, wenn man interpretationsfreudig ist. Auch die schlicht gehaltenen schwarzen Kostüme der Schauspie­ler passen sich dem Hintergrund an, ohne Individualität einzubüßen. Hervorgehoben werden die Akteure durch eine Leinwand im Hintergrund, die die Farbe je nach Stimmung wechselt. Begrüßt oder vielleicht etwas überfahren wird der Zuschauer direkt mit einem schnellen lauten Stück, eine seichte Einführung in das Thema bleibt aus, doch dafür haben sich die Künstler ihre Aufmerksamkeit gesichert. Die Liveband leistet hervorragende Arbeit und vereint Instrumente wie Klavier, Saxophon, Klarinette, Gitarre und Schlagzeug mit eher experimentell wirkenden „In­strumenten“ wie der singenden Säge. Und auch die Dynamik zwischen Sängern und Band funktio­niert, die Stimmen kommen gegen die Instrumente an, wenn auch mit Mikrophonen nachgeholfen wird.

Die Gedichte werden tatsächlich beinahe szenisch vorgetra­gen. Die Schauspieler interagieren miteinander und schaffen es, dass Text und Lied sowie Gedicht und Gedicht fließend ineinander übergehen und nicht abgehackt wirken. Kleine Geschichten werden erzählt, die tatsächlich viele Facetten des Themas Liebe behandeln. So wie es das Programmheft verspricht, wird das Thema „vom Zart-Poetischen bis zum Obszönen, in allen erdenklichen Stadien – des frühen Be­ginns, der Leidenschaftlichkeit, der Entrücktheit, der Erin­nerung, des Verzichts, der Bitterkeit, der Entfernung und des Todes“ ausgeleuchtet und auch an Witz fehlt es nicht. Dem Theater ist ein rundum gelungener an­derthalbstündiger Abend geglückt und es lohnt sich, den vier Akteuren beim Lieben, Trennen und Leiden zuzusehen.

Weitere Informationen:

www.theater-bonn.de

Weitere Termine:

Sonntag, 29.04.12, 18:00 bis 19:15 Uhr, Kammerspiele Bad Godesberg

Samstag, 05.05.12, 19:30 bis 20:45 Uhr, Kammerspiele Bad Godesberg

Freitag, 25.05.12, 19:30 bis 20:45 Uhr, Kammerspiele Bad Godesberg

Dienstag, 19.06.12, 19:30 bis 20:45 Uhr, Kammerspiele Bad Godesberg

Sonntag, 24.06.12, 18:00 bis 19:15 Uhr, Kammerspiele Bad Godesberg

Lydia Reisch


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