»
S
I
D
E
B
A
R
«
Wolfgang Schorlau – Das München-Komplott
28. Januar 2010 von Christoph
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (95 Stimmen, Durchschnitt: 3,17 von 5)
Loading...

Mit freundlicher Genehmigung von "Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG"

Genialer Mix aus Fiktion und Realität

Wenn man dieses Taschenbuch das erste Mal in der Hand hält, fällt der Blick zuerst auf das, für einen Dengler-Krimi, typisch gestaltete Buchcover. Wie die anderen Kriminalroman der Dengler-Reihe, ist auch dieser mit einem Stern versehen, vor dem der Name des Autors, sowie der Buchtitel steht. Im unteren Drittel sind die Schemen eines Mannes zu erkenne, der vor einem Sonnenuntergang über einen, mit Stacheldraht gesicherten, Zaun klettert.

Das Buch ist in einer durchschnittlichen Schriftgröße geschrieben und in insgesamt drei Teile gegliedert.
Das „Field Manual 30-31 (Anhang B)“ des amerikanischen Militärgeheimdienstes, ein Dokument, in dem dem detailliert beschrieben wird, dass der US-Militärgeheimdienst bei unerwünschten, politischen Entwicklungen mit Hilfe von Terroranschlägen unter falscher Fahne, die öffentliche Meinung beeinflussen muss, ist angehängt. Dies finde ich sehr nützlich, da es eine der Hauptstützen von Schorlaus Beweisführung ist und man so noch einmal die Chance hat, alles nachzuvollziehen.

Verdammt wenig erfunden

Der frühere Zielfahnder des Bundeskriminalamts und heutiger Privatermittler Georg Dengler wird von seinem früheren Arbeitgeber gebeten die Akten zum Attentat auf das Münchner Oktoberfest von 1980 zu überprüfen. Ein alter Fall, denkt er, doch nach kurzer Zeit stellt Dengler fest, dass die Ermittlungen zum schwersten Terroranschlags in der deutschen Geschichte damals verfälscht wurden. So wurde die Tat einem Einzeltäter der rechtsextremen Szene zugeschrieben, doch mehrere, eindeutige Zeugenaussagen, die den Täter kurz vor der Tat noch mit mehreren Männern gesehen haben wollen, sprechen dafür, dass es sich um eine Gruppe von Tätern handeln muss. Angespornt von dieser Tatsache vertieft sich Georg Dengler weiter in den Fall und bemerkt bald, dass die Mächte, die damals am Werk waren, immer noch gefährlich sind, auch für ihn.

Wieder einmal nimmt sich Schorlau in diesem Roman ein äußerst brisantes, höchst interessantes Thema zur Brust und geht ihm mit den Mitteln eines Krimiautors auf den Grund. Durch die gekonnte Vermischung von Realität und Fiktion bleibt der Krimi bis zur letzten Seite spannend und man kann ihn nicht aus der Hand legen.
Was mich besonders verwundert hat ist, dass ich persönlich über das Oktoberfest-Attentat bisher nichts gehört habe, obwohl es der verheerendste Terroranschlag in Deutschland bis jetzt ist und hoffentlich auch bleibt.

Fazit

Meiner Meinung nach ist dieser Politkrimi eines der besten Bücher, dass ich seit langem gelesen habe. Ich kann es jedem empfehlen, der sich für Politik und Kriminalromane interessiert. Die Sprache ist einfach, doch ich denke, dass man es nicht lesen sollte, wenn man unter 14 Jahren alt ist, da man in diesem Alter noch nicht in der Lage ist, die Spannweite des Themas zu überblicken.

Verlagsangaben

    Autor: Wolfgang Schorlau
    Titel: Das München-Komplott – Denglers fünfter Fall
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 23. November 2009
    Verlag: Kiepenheuer & Witsch
    Taschenbuch
    ISBN: 978-3-462-04132-3
    Preis: Euro (D) 8.95 | sFr 16.50 | Euro (A) 9.30


    Meine Altersempfehlung: 10+
    Rezensent: Christoph, Stufe 10

Leseproben


5 Kommentare  
Hendrik schreibt:
28. Januar 2010 um 00:06

Die Sprache, die du selber wählst gefällt mir besonders gut. Auch äußerlich sehr gut gelungen. Kurz und knapp hast du den Nagel auf den Kopf getroffen!

alerom schreibt:
28. Januar 2010 um 08:32

Joa, kann mich Hendriks Kommentar nur anschließen die Sprache find ich auch sehr gut.

Das Fazit ist gut herausgehoben und dein Text ist auch nicht zu lang 🙂

duweißtweresist :D schreibt:
28. Januar 2010 um 16:57

Christoph, eine wirklick sehr gelunge Buchvorstellung !
Besonders gefallen hat mir die sprachliche treffsicherheit deiner aussagen.
kurz und kanpp, wie mein vorredner zu sagen pflegte , auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
haha 😀

Anna K. schreibt:
06. Juli 2010 um 09:04

Das ist in der tat eine sehr gute rezension. ich hatte sofort lust es zu lesen und auf meiner spannenden lesereise bin ich ganz in das buch eingetaucht. ich muss dich nur mit dem alter verbessern, ich bin 11 und hab alles verstanden.

georg schreibt:
29. November 2010 um 09:12

nicht so toll

Schreibe einen Kommentar

»  Substance: WordPress   »  Style: Ahren Ahimsa   »  Translation: kickass.log